MARIA RAKEL Das Gewicht der Zeiten

WEBSTUHLERKLÄRUNG

A Webstuhlgestell
B Kettbaum
C Kettfäden
D Streichbaum
E Kette
F Schäfte
G Litzen
H Hängelade mit Webkamm
I Aufhängung Hängelade
K Weberschiffchen
L Webfach
M fertiges Gewebe
N Brustbaum
O Schiffchenbahn
P Warenbaum
Q Tritte
R Sitzbank

Die Kettfäden (C + ) sind hinten auf dem Kettbaum (B) aufgerollt, werden über den Streichbaum nach vorne geführt,
Dabei wird jeder Faden einzeln durch ein Litzenauge gefädelt (G), dann durch den Webkamm (H) und vorne
am Warenbaum (P) befestigt, auf den dann auch das fertige Gewebe aufgerollt wird.

DER WEBVORGANG:

1 Der Schaft mit den Litzen (F) hebt sich mittels des zugehörigen Tritts (Q), hebt gleichzeitig eine Kettfadenlage (E)
und öffnet damit ein Webfach (L)
2 Das Schiffchen (K) fliegt (schiesst) hindurch von einer Seite zur anderen und zieht den Schussfaden hinter sich her
3 Der Webekamm in der Hängelade (H) presst den Schussfaden an das entstehende Gewebe (M)
4 Der Schaft senkt sich wieder, das Webfach schliesst sich
5 Der nächste Schaft wird gehoben mit einer neuen Lage von Kettfäden und öffnet damit ein neues Webfach
6 Das Schiffchen fliegt wieder mit dem Schussfaden hindurch
7 Die Hängelade mit dem Webekamm schiebt und presst den Schussfaden ans Gewebe
8 Der Schaft wird gesenkt

DREI BEWEGUNGSRICHTUNGEN:

- Die vertikale Bewegung der Schäfte
- Die seitliche Horizontale des Schiffchens
- Die kreuzende Horizontale der Hängelade

Hier wird vom Weber/in sehr viel körperlicher Einsatz und Koordinationsvermögen gefordert. Besonders auch beim Treten der Tritte
in von komplizierteren Mustern vorgegebenen Sequenzen ähnelt es dem Spielen einer Orgel.